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USA Beteiligung

Hilfe in der Flüchtlingskrise  USA schicken Schiff in die Ägäis

19.05.2016

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die USA wollen sich an dem Nato-Einsatz zur Eindämmung des Flüchtlingszustroms aus der Türkei nach Griechenland beteiligen. Außenminister John Kerry kündigte am Donnerstag in Brüssel an, ein Schiff der US-Marine bereitzustellen. Entsprechende Vorbereitungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Beim aktuellen Einsatz der Nato beobachten die Besatzungen von Kriegsschiffen die Küsten und melden Aktivitäten von kriminellen Schleuserbanden an die nationalen Behörden. So will das Bündnis zur Eindämmung des unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen beitragen, die mit Booten von der Türkei aus auf die griechischen Inseln übersetzen.

Die Bundeswehr stellt für die Ägäis-Operation den Einsatzgruppenversorger "Bonn". Er ist gleichzeitig das Flaggschiff der Mission.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wertete die Ankündigung Kerrys als ein Zeichen, dass die USA Europa bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zur Seite stehen zu wollen./daf/DP/he

 

"Heizerleben"

„Elefantenfuß“ am Haken

In See, 13.05.2016.

Der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ ist das Flaggschiff der NATO-Mission zur Überwachung der Schleuseraktivitäten in der Ägäis. Seefahrt bedeutet immer, dass alle mit anpacken. So auch beim Ausbau eines leckgeschlagenen Ventils. Das erfordert vor allem deshalb Teamwork, weil das Ventil 250 Kilogramm wiegt und die Stelle außen am Schiffsrumpf zusätzlich verschweißt wird. Der Ausbau des Seekühlwasseraustrittsventils ist daher ein schweißtreibender Tag für die „Antreiber“ der „Bonn“.

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Der Schiffstechnische Offizier bespricht den Arbeitsablauf mit dem Antriebsmeister (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Die „Bonn“ ist gerade aus dem Hafen von Piräus ausgelaufen. Deutlich sind noch die Häuser rund um das Hafenbecken von Bord aus zu erkennen. Sogar die Akropolis in Athen könnten die Soldaten noch erkennen, wenn sie genau hinguckten. Doch das tun sie nicht, denn die Maschinen stoppen und der Anker fällt.

Keiner ist von der Unterbrechung überrascht, alle wissen Bescheid. Der Schiffstechnische Offizier, Kapitänleutnant Erik H., erklärt: „Wir haben ein defektes Seekühlwasseraustrittsventil. Wir haben das zurzeit mit einer Leckabdichtung geschlossen. Wenn das aber weiter platzt, käme Wasser ins Schiff. Das werden wir verhindern.“ Die geplante Reparatur ist für heute angesetzt: Außer den direkt mit der Reparatur beschäftigten Besatzungsmitgliedern gehen alle ihren Tätigkeiten weiter routiniert nach – der Smut kocht, der Funker funkt.

Tauchereinsatz, Tauchereinsatz

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Die griechische Taucherfirma schweißt unter Wasser die Ventilöffnung zu (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Draußen hat inzwischen der Arbeitskahn einer griechischen Taucherfirma an der Steuerbordseite der „Bonn“ festgemacht. Durch die Schiffslautsprecheranlage kommt nüchtern die Durchsage: „Tauchereinsatz. Tauchereinsatz. Keine Wellen drehen, keine Pumpen schalten, keine Gegenstände außenbords. Tauchereinsatz. Tauchereinsatz.“ Die griechischen Taucher verschweißen unter Wasser die Öffnung des Ventils. Das dauert. Die „Bonn“ führt dieses Ersatzventil nicht mit. Die Belieferung aus Deutschland nimmt Zeit in Anspruch. Es muss gehandelt werden. Jetzt.T_003

 

Die Männer haben das Ventil mit Holz abgedichtet (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann
 „Wir müssen erst einmal sehen, dass die Gefahrenquelle verschwindet“, beschreibt der Schiffstechnische Offizier die Situation: „Wir machen die Austrittsöffnung von außen dicht. Im Maschinenraum werden wir nun das Ventil ausbauen und Blindplatten setzen. Wir sind deswegen extra auf Reede vor Anker gegangen, um die Reparaturen außerhalb des Hafens machen zu können. Im Hafen gibt es immer Schiffsbewegungen, da könnten die Taucher nicht arbeiten.“
Enteisung im Mittelmeer

Doch kann das Schiff ohne das Ventil fahren? Das Seekühlwasseraustrittsventil ist wichtig. Neun davon sind im ganzen Schiff verbaut. Sie sorgen für einen möglichst konstanten Druck des Wassers, das zur Kühlung der Motoren dem Meer entnommen wird – Seekühlwasser eben. Es tritt ein, wird in einen Kreislauf gepumpt, kühlt die Schiffsdiesel und tritt wieder aus. Da das defekte Ventil heute ausgebaut wird, nutzen der Schiffstechnische Offizier und sein Team eine Umleitung für das Kühlwasser. „Wir nehmen jetzt die Seekastenenteisung, um das Kühlwasser außenbords abzuleiten“, erklärt Kapitänleutnant Erik H., „so kommen wir erst einmal klar.“

Schweiß, Öl und ein Elefantenfuß

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Die Bodenluken sind offen, die Hebezüge sind bereit (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Nach Stunden melden die griechischen Taucher, dass die Austrittsöffnung von außen verschweißt ist. Endlich! Nun kann im Maschinenraum die Arbeit losgehen. Ungeduldig haben die „Antreiber“, die Schiffstechniker um Antriebsmeister Hauptbootsmann Benjamin H. auf dieses Zeichen gewartet. Mit großen Schlüsseln lösen sie die fingerdicken Schrauben des Ventils. Es muss zwei Decks höher in die Maschinenwerkstatt gehievt werden. Circa 250 Kilogramm wiegt das Bauteil. Es ist so groß und unhandlich wie der Fuß eines Elefanten. Tragen? Unmöglich. Der Antriebsmeister hat große Arbeitsluken im Boden öffnen lassen. Aus der Maschinenwerkstatt lässt er jetzt Hebezüge zwei Decks tief in den Maschinenraum dorthin herab, wo das Ventil sitzt. Ketten rasseln, Stahl schlägt auf Stahl. Es riecht nach Schweiß und Öl.

Der „Antreiber“ und der kaputte Koloss

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Das Ventil hängt am Haken – jetzt muss es nur noch nach oben (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Die Männer von Hauptbootsmann Benjamin H. nennen ihren Antriebsmeister liebevoll „den Antreiber“. Der hat jetzt das schwere Austrittsventil an den Haken gehängt. Die provisorische Leckabdichtung ist entfernt. Die Holzbalken sind weg. „Passt jetzt bloß auf!“, sorgt sich der „Antreiber“ um seine Männer, „Ich ziehe das jetzt hoch. Niemand von Euch geht unter das Ventil!“ Alle nicken. Wird die Last jetzt nach oben gezogen, hängen die 250 Kilo an den Ketten frei im Raum. Die Männer stemmen sich gegen den kaputten Koloss, um ihn in Position halten zu können. Der „Antreiber“ gibt an den Ketten alles. Zug um Zug. Hier malocht der Chef noch selbst. Alle Schrauben des Ventils sind zwar gelöst, doch noch liegt das Ventil durch das pure Eigengewicht unbeweglich in seiner Position.

„Haltet gegen!“

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Die Antreiber halten den „Elefantenfuß“ damit er durch die Bodenluken passt (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Immer wieder greift Benjamin H. in die Ketten. Der Schweiß läuft ihm von der Stirn. Sein T-Shirt zeigt jetzt deutlich dunkle Flecken. Abwechselnd blickt er auf das Ventil und auf seine Männer. Plötzlich spannen sich die Ketten. Die 250 Kilo heben sich. „Es kommt!“, rufen sie durcheinander. Endlich! Der „Elefantenfuß“ hängt zwar fest am Haken. Doch er will sich in Richtung Maschinenraum aushängen. So würde er nicht durch die Arbeitsluke in der Decke passen. „Haltet gegen!“, presst Hauptbootsmann H. seinen Männern entgegen. Und die halten.

„Husi“ wird geholt

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„Husi“ hält als Letzter gegen (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Immer höher zieht Hauptbootsmann Benjamin H. das Ventil. Jetzt hängt es bereits fast unter der Decke des Maschinenraums. Der Antriebsmeister arretiert den Kettenzug. Nun muss er über Gänge und Treppenschächte schnell ein Deck nach oben. Dort angekommen, greift er sofort wieder in die Ketten und zieht das Ventil unter großem Gerassel weiter nach oben. Unten drückt Hauptgefreiter Jens H., Spitzname „Husi“, als Einziger noch gegen das frei hängende Bauteil. Alle anderen sind dem „Antreiber“ bereits nach oben gefolgt und wollen es jetzt entgegennehmen. „Husi, lass es jetzt hängen!“, ruft der Hauptbootsmann nach unten. „Soll ich wirklich?“, fragt der von unten und reckt sein schweißnasses Gesicht nach oben. „Mach, wir brauchen Dich hier oben!“, erwidert der „Antreiber“ und zieht an den Ketten.

Jetzt hat er verloren

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Die Männer ziehen das defekte Ventil in die Maschinenwerkstatt (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Oben in der Werkstatt haben die Männer inzwischen Haltetampen an den Kettenhaken angebracht, um das Ventil zu sich in die Werkstatt zu ziehen, wenn der „Antreiber“ es durch das Luk geholt hat. Die Soldaten ziehen was das Zeug hält. Doch so richtig bekommen sie es nicht auf die bereitgestellte Palette. Endlich kommt „Husi“ und greift mit zu. Jetzt klappt es. Gemeinsam schwenken sie den „Elefantenfuß“ auf die Palette. „Jetzt hat er verloren“, keuchen die Männer und lachen sich erleichtert an.

Einfach durchgerostet

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Das schwere Ventil ist endlich in der Maschinenwerkstatt (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Der Schiffstechnische Offizier erläutert den Schaden: „Das Ventil ist offensichtlich durchgerostet. Woran das liegt, wissen wir nicht. Das können wir hier an Bord auch nicht feststellen. Die Ursache wird durch das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Explosivstoffe der Bundeswehr in Erding untersucht. Da wird es dann sicher eine Lösung geben. Wir haben unser Problem heute erst einmal gelöst und können weiterfahren. In der zivilen Seefahrt ist das ja auch nicht anders. Ein Reeder wird ein vollbeladenes Schiff ja auch nicht ohne Not ins Dock schicken, wenn er den Schaden anders beheben kann.“

Das Flaggschiff nimmt wieder Kurs

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Geschafft: Die Antreiber der „Bonn“ sind mit ihrer Arbeit zufrieden (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Die Frauen und Männer auf der „Bonn“ können nicht warten. Sie haben einen Auftrag zu erfüllen. Ihr Schiff ist das Flaggschiff der NATO-Mission zur Überwachung der Schleuseraktivitäten in der Ägäis. Griechische Schweißer haben die Öffnung des defekten Ventils heute von außen verschweißt. Die „Antreiber“ im Maschineraum haben den kaputten Koloss ausgebaut und den Kreislauf geschlossen. Der Schiffstechnische Offizier leitet das Kühlwasser über einen Umweg ab. Durch die Schiffslautsprecheranlage wird am frühen Abend durchgegeben: „Die Reparaturarbeiten sind beendet. Ankermanöverpersonal sich klar machen.“ Der Anker wird gelichtet. Die „Bonn“ nimmt Kurs auf das Operationsgebiet.

 

Thomas S. geht von Bord

Sein letztes Manöver – Ein Mann geht von Bord der „Bonn“

In See, 12.05.2016.
Ein Schiff fährt nicht von allein. Erst durch die Besatzung kann es eingesetzt werden. Dazu braucht es Seefahrer mit Erfahrung, Leidenschaft und einer Menge Ahnung. Ohne diese Menschen geht es nicht. Dabei muss es Konstanten geben, Menschen, die das Schiff kennen. Der Schiffsoperationsoffizier auf der „Bonn“ ist so einer. Er war von Anfang an dabei. Aber heute geht er von Bord, seine Zeit auf dem Einsatzgruppenversorger ist um. Oberleutnant zur See Thomas S. verlässt das Schiff im Hafen von Piräus. Doch erstmal muss er die auf 174 Meter verteilten 20.000 Tonnen noch „um die Molenköpfe mogeln.“ Denn er führt als Wachoffizier das Einlauf- und Anlegemanöver in Piräus durch. Keine einfache Aufgabe.

„Viel Platz ist da nicht“, stellt Thomas S. treffend fest und blickt gemeinsam mit dem Navigationsoffizier, Kapitänleutnant Janno N., auf die elektronische Seekarte. „Nein, wirklich nicht“, bestätigt Janno N.. Beide wissen nur zu gut, dass das mit dem zugewiesenen Liegeplatz direkt hinter dem rechten Molenkopf eine „enge Kiste“ wird.

Von Anfang an dabei

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Der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ kurz vor dem Einlaufen in Piräus (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Oberleutnant Thomas S. wird heute als Wachoffizier dieses Einlaufmanöver der „Bonn“ durchführen. Eine Tradition bei der Marine, denn für Thomas S. wird es das letzte Manöver an Bord des Schiffes sein, dass er durchführen darf. Eine neue Tätigkeit wartet auf ihn, er wird auf eine Fregatte versetzt.

Vier Jahre war Thomas S. auf der „Bonn“. Noch vor der Indienststellung des Versorgers kam er an Bord. Erstmals hat er das noch unfertige Schiff 2012 in der Werft in Emden betreten. „Länger an Bord als ich ist nur noch der Schiffstechnische Offizier“, erzählt der 36-Jährige. „Das war schon spannend damals in Emden. Der Rumpf wurde in der einen, das Deckshaus in einer anderen Werft gebaut. In Emden sind dann beide miteinander „verheiratet“ worden, wie wir sagen. Das ganze Schiff war eine Baustelle, alles offen, überall Leitungen, Rohre, Kabel. Wahnsinn!“

Von 13 Monaten zehn in See

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Das letzte Manöver für Oberleutnant zur See Thomas S. (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Für sein letztes Manöver ist er in „erster Geige“ auf der Brücke erschienen. An seinem Dienstanzug sind die Einsatzmedaillen zu sehen, die Thomas S. in 17 Jahren Dienst und zehn Jahren Seefahrt verliehen wurden: Active Endeavour, UNIFIL, Atalanta, Operation Enduring Freedom – überall war Thomas S. dabei. „Ja, das ist schon alles nicht so einfach. Auch wenn wir uns hier nicht im mandatierten Auslandseinsatz befinden, sind wir Seefahrer dort, wo unser Schiff ist. Und das ist zumeist in See“, erklärt er etwas nachdenklich. „Ich werde nach meiner Rückkehr erstmal Urlaub abbauen. Drei Monate haben sich da angesammelt. Und dann gehe ich mit einer Fregatte wieder ins Mittelmeer. Von 13 Monaten werde ich zehn auf See sein.“ Thomas S. weiß aber seine Familie hinter sich. „Meine Lebensgefährtin hat mich als Seefahrer kennengelernt. Sie weiß, dass ich das gern tue und sie unterstützt meinen Dienst. Da gibt es natürlich auch mal schwere Tage. Aber, wenn es einfach wäre, könnte das ja auch jeder.“

Knappe Sache in erster Geige

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Thomas S. kontrolliert noch einmal den Kurs in den Hafen (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Was definitiv nicht jeder kann, ist, mit dem größten deutschen Kriegsschiff in den Hafen von Piräus einzulaufen. „Das ist alles knapp da im Hafen. Wir müssen uns irgendwie reinfummeln“, heißt es auf der Brücke über das anspruchsvolle Manöver. Der Oberleutnant hat die Wache von seinem Vorgänger übernommen, der die sogenannte Revierfahrt, also die Fahrt in küstennahen Gewässern, durchführte. Jetzt hat er das Kommando auf der Brücke. Alle an Bord wissen, dass es sein letztes Manöver ist.

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Für das letzte Manöver steuert der Antriebsmeister die Maschinen heute selbst (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

So hat sich für den von Bord gehenden Marineoffizier und sein letztes Manöver auch der Antriebsmeister selbst an den Maschinentelegrafen gesetzt. Normalerweise steuert ein Unteroffizier, ein sogenannter Fahrmaat, den Einsatz der Maschinen von der Brücke aus. Heute sitzt da mit einem Hauptbootsmann der „Chef der Maschinen“ persönlich.

Viel Wind und wenig Platz

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Alle auf der Brücke sind auf das bevorstehende Manöver konzentriert (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Die Hafeneinfahrt von Piräus ist nur 240 Meter breit. Und ausgerechnet heute weht auch noch ein kräftiger Wind von Land her – „ablandiger“ Wind. 15-20 Knoten Windgeschwindigkeit wurden vorhergesagt, 30 sind es tatsächlich. Das entspricht rund 55 Kilometern pro Stunde – kräftiger Wind. An sich ist das kein Problem, doch das hohe Deckshaus der „Bonn“ bietet ordentlich Angriffsfläche. Es besteht die Gefahr, dass der Wind von Steuerbord (rechts) das Schiff von der Pier wegdrückt. Hier darf nichts schief gehen. Da muss Oberleutnant zur See Thomas S. höllisch aufpassen. Außerdem ist im Hafengebiet auch noch ordentlich was los. Viele Schiffe laufen auf die Einfahrt zu oder liegen bereits im Hafen. Ein großes Kreuzfahrtschiff liegt fest am gegenüberliegenden Pier. Dadurch wird es noch einmal enger. Als hätten es alle gewusst, dass der Schiffoperationsoffizier heute sein letztes Manöver auf der „Bonn“ fährt.

Ein Roter, ein Schwarzer und ein Hund

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Der Lotse nähert sich– mit seiner Hilfe wird die „Bonn“ in Piräus einlaufen (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann

Ein kleines Boot bringt den griechischen Lotsen. Ein roter und ein schwarzer Schlepper aus Piräus werden der „Bonn“ dabei helfen, unmittelbar nach der Durchfahrt durch die Molenköpfe zu stoppen und nach rechts – also nach steuerbord einzudrehen. Der Liegeplatz befindet sich nämlich direkt hinter der Einfahrt.

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Die Schleppverbindung steht (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Thomas S. muss sich konzentrieren. So hört er nicht, wie an Bord des schwarzen Schleppers ein kleiner Hund aufgeregt sein Schiff anbellt. „Jetzt hast Du den Wind genau auf dem Arsch“, gibt ihm der Navigationsoffizier weiter. „Du musst weiter rüber, sonst driften wir zu weit backbord. Halt da genau auf den Schlepper zu.“

Das war es noch lange nicht

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Der Rudergänger hat den Kurs fest im Griff (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Auf der Brücke ist Ruhe. Keiner spricht ein Wort zu viel, jeder spürt die Spannung. „Ruder Steuerbord Zehn“, befiehlt Oberleutnant S.. „Ruder liegt Steuerbord Zehn“, wird ihm gemeldet. „Beide Maschine zwei Knoten“, lautet der nächste Befehl. Und wieder wird quittiert. Langsam schiebt sich die „Bonn“ auf die schmale Hafenöffnung zu. Immer näher und näher. Dann ist der große Graue durch die Molenköpfe links und rechts durch. Doch die Mannschaft kann noch nicht aufatmen. „Jetzt kommt der gemütliche Teil!“, flüstert einer ironisch, „Ich will mit dem WO (= Wachoffizier) heute nicht tauschen.“ Doch S. hört das nicht: „Steuerbordmaschine vier Knoten. Backbordmaschine Stopp. Ruder hart backbord“, Oberleutnant S. muss die „Bonn“ jetzt an dem Kreuzfahrer gegenüber vorbei an den Liegeplatz fädeln. Zentimetersache.

Das war es noch lange nicht

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Für einen besseren Überblick steht Thomas S. in der Steuerbord-Nock (Quelle: Bundeswehr/Robert Habermann)

Dazu geht er in die Steuerbord-Nock, die Ausguck-Plattform rechts der Brücke. Laut wird auf der Brücke gemeldet „WO in der Steuerbord-Nock.“ Die gesamte Brückenbesatzung antwortet im Chor mit tiefem Bass „WO in der Steuerbord-Nock.“ So stellen die Soldaten sicher, dass alle wissen, wo sich der wachhabende Offizier gerade befindet. „Taut der Schlepper achtern?“, fragt der jetzt und will wissen, ob der Schlepper am hinteren Teil der „Bonn“ das Schiff so straff hält, dass der Wind es nicht gegen die Pier drückt. „Der taut!“, antwortet ihm der Navigationsoffizier, „Der hält dich.“

Es ist knapp, aber Thomas S. schafft es. Die „Bonn“ hat da festgemacht, wo sie hin soll. Das Schiff ist „ran und fest“. Jetzt kann er das Anlegemanöver abpfeifen. Schrill ertönt der Pfiff durch die Trillerpfeife, die hier Batteriepfeife heißt. Alle wissen: Es ist geschafft.

Oberleutnant zur See Thomas S. meldet dem Kommandanten, Fregattenkapitän Jobst Berg, den Abschluss des Anlegemanövers. Es ist nach vier Jahren seine letzte Meldung auf der Brücke der „Bonn“. Der Kommandant schüttelt ihm lange und kräftig die Hand. Länger und kräftiger als sonst.

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Geschafft – Thomas S. meldet das letzte Mal dem Kommandanten (Quelle: 2016 Bundeswehr / Robert Habermann)

 

Presse - Bundeswehr.de

Ägäis: Starke Frauen sorgen für Sicherheit an Bord

In See, 09.05.2016. 

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvBCsIwEET_KJuIYPXW0osHL1XQep
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ElRDWFKC6TOcZEFFtotakrc9jrTeZXHq_F5bbTRX2uGpjGsfwD28RGJw!!/

Die Bakterienflüsterer auf der „Bonn“

In See, 06.05.2016.

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvBCoMwEET_KGvaQm1vES-9lV7
UXspqFlkaE0nXCtKPbwLOwMDMY-AJyR6_PKJw8OighW7ga7-qfrX0IvYflC1VfMtCzu0TyUbQ5LMlNQRP
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„Stress haben nur die anderen.“ – „Bonn“ versorgt in der Ägäis

In See, 03.05.2016.

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvBCsIwEET_KNtAU
eutoRfBkxeNF9k2S1lMkxK3FoofbwKdgYGZx8ATsgN-eUThGNDDA-zA535V_eroRRw-KFuu-
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Multinationale Zusammenarbeit in der Ägäis

In See, 24.03.2016.

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvNCoMwEITfKGugtNqbP
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Mittelmeer: Bonn trifft Bayern

In See, 22.03.2016.

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvBCsIwEET_KNtAo
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NATO Generalsekretär an Bord der BONN

Hart Steuerbord - 21.04.2016

NATO-Generalsekretär ebenfalls zu Besuch auf der „Bonn“

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Einen Tag nach Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dem Einsatzgruppenversorger „Bonn" einen Besuch abgestattet – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung diese Operation innerhalb des Bündnisgebiets an der kritischen Grenze zwischen zwei Mitgliedsländern inzwischen in der Allianz hat.
Dabei hat diese Mission, die im Endeffekt den unkontrollierten Flüchtlingsstrom nach Griechenland und weiter nach Mitteleuropa stoppen soll, vergleichsweise wenig mit den eigentlichen Aufgaben der NATO zu tun – und die Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2), der maritime Einsatzverband des Bündnisses, war ursprünglich an der Südostflanke des Bündnisses mit einem ganz anderen Auftrag unterwegs: Nicht zuletzt im Interesse der Türkei sollte sie militärische Präsenz demonstrieren, vor dem Hintergrund des Konflikts in Syrien und der russischen Präsenz dort, aber auch generell vor dem Hintergrund des russischen Verhaltens. Diese Aufgabe wird inzwischen im Wesentlichen von der kanadischen Fregatte Fredericton wahrgenommen, die das ursprüngliche Programm der SNMG2 fortführt und dafür auch im Schwarzen Meer unterwegs war.

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