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Komandoübergabe

Kapitän der "Bonn"

Der Kommandeur geht von Bord

Von Holger Willcke.
Bonn. Mit Geschick und Verstand hat Björn Laue den Einsatzgruppenversorger (EGV) Bonn durch alle Untiefen manövriert - zu Wasser und auf Land.
Die-Bonn-in-Manhattan   
Die 'Bonn' lag im Frühjahr mehrere Tage vor der Skyline von Manhattan vor Anker. Das Schiff war in der ersten Jahreshälfte viereinhalb Monate auf Erprobungstour. Foto: Marine

Von der ersten Stunde der Planung bis zur Einsatzfähigkeit hat der Kommandeur das größte Schiff der Marine begleitet, war sozusagen sein Geburtshelfer. Bei seinen vielen Besuchen in Bonn hat Laue die "Bonn" in die Herzen vieler Bürger überführt. Über die Zukunft des Schiffs, über seine Gefühle beim Abschied und die Beziehungen zur Bundesstadt sprach der Fregattenkapitän mit Holger Willcke.

Wann genau findet der Führungswechsel statt?
Björn Laue: Ich werde das Kommando auf der Bonn am 30. September an Fregattenkapitän Jobst Berg abgeben.

Hand aufs Herz: Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?
Laue: Ich bin von der Entscheidung des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr nicht begeistert. Ich wäre viel lieber Kommandant geblieben. Der Abschied fällt mir schwer, aber so funktioniert das Personalsystem der Marine. Andere Offiziere sollen und müssen auch die Chance erhalten, ein Schiff zu kommandieren.

Wohin wird Ihr Weg führen?
Laue: Ich wechsele zum Marinekommando nach Rostock und werde dort das Dezernat für die logistische Unterstützung der Flotte leiten.

Wird es vielleicht eine Rückkehr auf die "Bonn" geben?
Laue: Nein, das ist ausgeschlossen. Für mich ist das Kapitel "Bonn" beendet. Das Kommando auf diesem Schiff war der Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn.

Die Erprobungsphase der "Bonn" ist gerade erst abgeschlossen. Der erste ernsthafte Einsatz steht kurz bevor. Kommt da der Wechsel nicht zu früh?
Laue: Nach meiner persönlichen Auffassung Ja. Vergleichen wir die Geschehnisse mit einem 400-Meter-Lauf, dann muss man sagen, dass ich in der zweiten Kurve ausgeschieden bin. Und das ist schade.

Kennen Sie ihren Nachfolger?
Laue: Ja, schon sehr lange. Mit Jobst Berg erhält die "Bonn" jetzt einen erfahrenen und engagierten Kommandanten. Er war schon einmal mein Nachfolger und zwar 1998, als ich als Versorgungsoffizier die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern verlassen habe.

Wie geht es mit der "Bonn" weiter?
Laue: Wenn die Wartungsarbeiten in Hamburg abgeschlossen sind, wird die Besatzung ihre Einsatzausbildung auf der "Bonn" beginnen. Danach werden Schiff und Besatzung zum Atlanta-Einsatz der Marine vor das Horn von Afrika reisen. Das hätte ich gerne noch an Bord miterlebt.

Wie oft war Sie in der jüngsten Vergangenheit in Bonn?
Laue: In den vergangenen fünf Jahren war ich etwa 15 Mal in Bonn. 2009, kurz nach der Entscheidung, das Schiff "Bonn" zu nennen, bin ich das erste Mal zu Gesprächen in die Bundesstadt gereist. Bjoern-Laue

Wie haben Sie Bonn bei ihren Besuchen erlebt?
Laue: Ich bin von der Stadt und ihren Menschen begeistert. Meine Mannschaft und ich sind in Bonn mit einer großen Herzlichkeit empfangen worden. Bonn hätte meine Heimat werden können.

Welche Bedeutung hat der Freundeskreis EGV Bonn für die Beziehungen zur Patenstadt?
Laue: Der Freundeskreis ist das entscheidende Bindeglied zwischen Schiff und Stadt. Die Vereinsmitglieder öffnen uns viele Türen in Bonn und unterstützen uns in allen Belangen. Vor allem der Vorsitzende Bodo Buhse ist unermüdlich im Einsatz.

Björn Laue. Foto: Presse- und Informationszentrum



Zu welchen Vereinen und Einrichtungen unterhält die Besatzung freundschaftliche Beziehungen?
Laue: Das sind mittlerweile sehr viele. Ich weiß gar nicht, ob mir spontan alle einfallen. Aber ich will es versuchen: Freundeskreis, Ehrengarde, Feldjäger auf der Hardthöhe, Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn, Lions Club, Bonner Unternehmerinnen, Clara-Schumann-Gymnasium, Bertolt-Brecht-Gesamtschule, zwei Marinekameradschaften, Shanty Chor, Jugendhaus Brücke und neuerdings auch zum Schiffer-Verein Beuel.

Kennen Sie schon den nächsten Besuch in Bonn?
Laue: Ja, Teile der Besatzung werden wieder zum Weihnachtsmarkt kommen und Glühwein für einen guten Zweck verkaufen.

Werden Sie dabei sein?
Laue: Nein. Ich werde wohl erst 2015 wieder nach Bonn kommen. Dann aber auch ganz privat. Ich will den Kontakt zu den Menschen, die ich in den vergangenen Jahren hier kennengelernt habe, aufrecht erhalten.

Die "Bonn" und die Besatzung haben in den wenigen Jahren ihrer Existenz schon einige Bundesverteidigungsminister erlebt. Wie viele sind es?
Laue: Drei: Karl-Theodor zu Guttenberg, Thomas de Maiziére und Ursula von der Leyen.

Wie groß ist derzeit die Stammbesatzung auf der "Bonn"?
Laue: Mit 167 Frauen und Männern haben wir die Sollstärke erreicht. Allerdings können bei einem Einsatz deutlich mehr Marinesoldaten an Bord stationiert werden.

Welche Erkenntnisse haben Sie aus der viereinhalb Monate dauernden Erprobungsfahrt gewinnen können?
Laue: Wir haben das Schiff unter extremen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet - in der Kälte der Arktis und in der Hitze vor Westafrika. Dabei hat es allen Erwartungen Stand gehalten. Es gibt natürlich einige Kleinigkeiten, die sich in der Praxis nicht so bewährt haben. Die Erfahrungen werden jetzt in der Werft ausgewertet und Änderungen umgesetzt.

Könnte die "Bonn" über den Rhein bis zu ihrer "Patentante" fahren?
Laue: Nein, das ist absolut unmöglich. Dazu müssten erst einmal alle Brücken zwischen der Nordsee und Bonn abgebaut werden, weil das Schiff etwa 40 Meter über dem Wasserspiegel hoch ist. Außerdem wird das Fahrwasser des Rheins auch nicht tief genug sein.
Zur Person

Björn Laue wurde 1967 in Aachen geboren. Drei Wochen nach der Geburt zog seine Familie nach Wilhelmshaven, weil sein Vater dort bei der Marine beschäftigt war. Nach dem Abitur begann Laue seine Offizierslaufbahn ebenfalls bei der Marine. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Laue ist der erste Kommandeur des Einsatzgruppenversorgers (EGV) Bonn. Der Fregattenkapitän ist schon in der Planungsphase des Schiffs als Kommandeur ausgeguckt worden. Ende des Monats gibt er das Kommando ab.
Der Einsatzgruppenversorger "Bonn"

Die Einsatzgruppenversorger sind die größten Schiffe der deutschen Marine und nach Städten benannt, in denen deutsche Parlamente ihren Sitz hatten oder haben. Sie versorgen Schiffe mit Betriebsstoffen, Verbrauchsgütern, Proviant und Munition und sind so ausgerüstet, dass sie diese während der Fahrt von Schiff zu Schiff übergeben können. Die "Bonn" ist 173,7 Meter lang, 24 Meter breit, hat einen Tiefgang von maximal 7,6 Meter, Besatzung 151 bis 239 Mann, zwei Dieselmaschinen mit 17 088 PS, Geschwindigkeit 20 Knoten.

 

 
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